Oberlausitz erleben 4.6.2016

 

Bei schönstem Wetter und bester Stimmung ging es auf eine 70 Kilometer Runde einmal rund um die Oberlausitzer Teichlandschaft. Abwechselnd fuhren wir durch malerische Dörfer, idyllische Teichlandschaften und einsame Wälder. Der Seeadlerradweg war natürlich eine Zusammenstellung aller möglicher kleiner Radwege mit unterschiedlichsten Belägen. Vom feinstem Asphalt am Bärwalder See bis hin zum sandigen Waldweg war alles dabei. Zu Essen und Trinken gab es am Wegesrand in ausreichender Anzahl.

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Seeadler gab es natürlich keine in wilder Natur, dafür aber in einem sehr schönen Film im Haus der Tausend Teiche. Die Ausstellung war ebenfalls sehr sehenswert, wenn aber etwas klein geraten. In freier Natur hörten und sahen wir aber dann doch sehr sehenswerte Vögel. Kraniche stolzierten ganz elegant vor unserer Linse. Die Natur wechselt ständig ihr Aussehen. Es waren tatsächlich gefühlt tausend Teiche an denen wir vorbei fuhren.

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Auch ein wunderbares Schloss tauchte auf einmal vor uns auf. Schloss Milkel leuchtete in der Sonne. Zum Ausruhen eignet sich der Bärwalder See, trotz Kraftwerk Boxberg hervorragend.

Eine sehr empfehlenswerte Runde.

Abschied vom Radfahren 2015

32 Tage dauerte unser Radabenteuer durch das Baltikum und Russland. Es führte uns in Tallinn beginnend, durch Estland, Lettland, Litauen, über das Kaliningrader Gebiet (Russland) bis in die Masuren. 1330 Kilometer strampelten wir mal mit Rückenwind, aber viel häufiger Gegenwind. Eine vorherrschende Windrichtung gab es nicht. Wir fanden immer eine Unterkunft und auch verhungert sind wir nicht. Je weiter südlicher wir kamen, desto besser wurde die Versorgungslage. Unsere Fahrräder haben mehr oder weniger gut durch gehalten. Von echten Pannen sind wir verschont geblieben.

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Die Reisekasse nahm natürlich durch die vielen Hotelaufenthalte kontinuierlich ab. Am teuersten war das tägliche Leben ist Est- und Russland. Sehenswürdigkeiten fanden wir hauptsächlich in den Städten. Die Ostsee zeigte sich von allen Seiten, mal stürmisch, mal sanft. Gebadet habe ich in jedem Land mindestens einmal. Die Samland Küste im Kaliningrader Oblast eignete sich am besten für einen Badeaufenthalt. In Lettland und besonders im Kaliningrader Gebiet waren die Menschen uns gegenüber am freundlichsten.

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Unterwegs in der Fahrradhauptstadt des Baltikums Liepāja 31.7. 2015

53 Km bewölkt Kantenwind

Die 53 Kilometer von Pavilosta nach Liepāja waren bald geschafft, aber was uns in dieser Stadt erwartete, überraschte uns doch sehr. Sonst waren die Einfahrten in Städte doch recht gewöhnungsbedürftig, schlängelte sich in Liepāja kilometerlang ein Radweg vom Feinsten immer an der Autobahn entlang. Was für ein luxuriöses Vorankommen, unser Hotel war bald erreicht. Bei einem ersten Spaziergang durch die Stadt überraschten uns schon die vielen Fahrräder, die nicht nur abgestellt worden waren, auch fahrende Räder waren keine Seltenheit.

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In einer Broschüre über die Stadt entdeckten wir dann des Rätsels Lösung. Seit 2008 investiert die Stadt massiv in den Ausbau von Radwegen. Und mit viel Erfolg, die Fuß- und Radwege sind fast durchgehend vom Feinsten. Dadurch erschließt sich der Charme dieser Stadt doch auf recht angenehme Weise.

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Wieder unterwegs in Lettlands Weiten. 28.7. 2015

 

72 Km bewölkt Gegenwind

Wir sind wieder unterwegs auf Lettlands Radwegen und Straßen. Ja, richtig gelesen. es gab tatsächlich von Riga über Jurmala hinaus 40 Kilometer lang einen guten teilweise ausgezeichneten Radweg. Mit dem Rückenwind radelte es sich heute einfach perfekt. Kulinarisch wurde wieder einiges geboten, vom super Café bis hin zum Zivi Stand. Endlich konnten wir geräucherten Fisch probieren.

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An der Rigaer Bucht konnte ich sogar noch einmal kurz in den Wellen verschwinden. War verdammt kalt gewesen. Die Durchquerung von Kurland begann gleich mit einigen Hügeln. Der R1 ist nun unsere Richtschnur für die zweite Hälfte der Baltikum Tour von Tallinn nach Kaliningrad geworden. Das dargestellte Buch lässt sich als Grundlage gut verwenden.

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A1 die Dritte A1 die Gute 25.7. 2015

79 KM Kantenwind Sonne Tuja Riga

Der geneigte Leser der Aufzeichnungen meiner Fahrradtour durch fünf Länder von Tallinn nach Masuren wird sich etwas wundern. Aber tatsächlich, das kleinere Übel aller drei Möglichkeiten, die ich ausprobiert habe, ist die A1 in Lettland zu fahren, wenn man nach Estland will.  (Wir kamen aus Estland.)Zuerst folgte ich in Taju dem Velo 13, was für eine Sch…, denn 2 Kilometer in 20 Minuten war negativer Streckenrekord. Der Sand samt Waschbrett war nicht zu befahren. Weiße Straßen unbedingt vermeiden. Erster Alternativversuch zur A1 scheiterte kläglich. War ich wütend, wie kann man so was als Radweg anbieten.

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Gott sei Dank kam die A 1 und ein begleitender Radweg tauchte auf. Ich glaubte, meinen Augen nicht. Dieser hörte zwar bald auf, doch ein ca 1,30 Meter breiter Randstreifen sorgte in Kombination mit dem Super Belag für schnelles Fahren. Die 40 Kilometer vergingen da auch wie im Fluge. Ich hatte auch wieder Muße mir das eine oder andere Museum anzuschauen. Das Münchhausen Museum in Dunte reizte ebenso wie das Fahrradmuseum in Saulkrasti. Doch dann folgte mein folgenschwerster Fehler. In einer Tagesrandzeit dachte ich, folge dem Bikeline Vorschlag und fahre von der A1 auf der P 1 ab. Was für ein bescheuerter Vorschlag. Randstreifen weg, Super Belag weg, dafür Split und Raser, LKWS und jede Menge Stress. Nach gefühlten 100 Km in Wahrheit 25 Kilometer kam endlich die Erlösung in Form einer zweiten Fahrspur. Die Fahrt ins Zentrum war dann relativ harmlos. Wirklich nie wieder werde ich das wiederholen, geschweige denn jemanden empfehlen.

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Allein auf der lettischen A1 23.7.2015

55 Km bewölkt Gegenwind

Der Wahnsinn ging geordnet weiter. Zum Glück gab es eine 20 Kilometer lange Baustelle mit diversen Ampelanlagen und Einbahnverkehr. Immer wieder wurde es schmal, schmaler, am schmalsten. Trotzdem fuhr es sich in den Baustellen am sichersten, da selbst die dicksten Brummer langsam fahren mussten. Einige Minuten war ich sogar mal ganz allein auf der A 1., so dass ich einmal durchatmen konnte. Spaß machte es keinen, mein Bikeline schlägt diesen Höllentrip aber als Radweg nach Riga vor.

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Einen anderen Weg habe ich ausprobiert und nach wenigen Kilometern entgeistert aufgegeben, die Waschbrettrallye war auch nichts für mich bzw. mein Fahrrad. Gottseidank gab es Abschnitte, da tauchte, wie eine Fata Morgana ein Radweg oder eine herrliche autofreie Allee auf. Wer kann, meide die A1. Ein kurzer Blick auf die Ostsee kann da auch nicht für die Gefahr für Leib und Leben entschädigen.

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Rad-Katastrophe A1 Via Baltica in Estland 22.7.2015

Schlimmer geht’s nimmer. Wenn ich könnte, würde ich sofort die A1 (Velo 10) verlassen, aber leider gibt es keine Alternative. Die Tour nach Riga wurde zu einem Albtraum. Anfangs noch abseits des Autostroms, ging es dann fast 40 Kilometer im Wettstreit vor allem mit LKWs stetig vorwärts. Waren es anfangs noch 30 Zentimeter Randstreifen, so kam bald eine kilometerlange Kratzspur, so dass ein Ausbalancieren fast unmöglich war.

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Eine Baustelle bildete dann den Höhepunkt des Höllentrips. Nur die letzten Kilometer bis zur Grenze verliefen wieder auf einer ruhigen Nebenstraße. Schade, dass die Verantwortlichen nicht gleich einen Radweg mit eingeplant haben, denn auf dieser Strecke traf ich die meisten Fernradler. Balsam für die geschundene Radfahrerseele war dann der Spaziergang an einem kilometerlangen Sandstrand gewesen .

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Radfahren in Estland 2015

11 Radfahrtage reichen natürlich nicht aus, ein Rad-Land kennen zu lernen, aber trotzdem ein paar abschließende Worte. Tallinn begann mit einem Feuerwerk voller Touristen, hatte überall was zu bieten, nur Land und Leute konnten wir in der übervollen Hauptstadt nicht so richtig kennenlernen. Unsere Radtour führte dann über die Inseln nach Pärnu. Menschen und Dörfer waren dann Mangelware. Nicht Mangelware war dann der ständig vorhandene Wind gewesen. Gottseidank kam er nicht nur von vorn.

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Die eintönige Landschaft wurde selten unterbrochen, hervorgestochen haben die stets gemähten Rasen. Immer gut bunkern, heißt es als Radfahrer, denn die Poods und Cafés sind selten. Und Radwege gibt es immer mal wieder, leider nicht durchgängig. Manchmal nur 100 Meter. Die Ausschilderung mit dem Eurovelo 10 Schild war fast vorbildlich. Überraschend gut, fuhr sich der Untergrund. Nur an einer Stelle gab es ein unbefestigtes Stück. Die Via Baltica ist in weiten Teilen eine gefährliche Angelegenheit.

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