100 Kilometer Kopenhagen Kein Vergnügen 5 Tage Juli 2017

100 Kilometer Kopenhagen  Kein Vergnügen 5 Tage Juli 2017

Selten hatte ich mich so auf eine Fahrradstadt gefreut wie Kopenhagen und selten bin ich so enttäuscht worden wie von dieser Imageblase.

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Selten habe ich so viele Fahrradverbote gefunden wie in der dänischen Hauptstadt, selten habe ich einen durchgehenden Radweg gefunden. Eigentlich hätte die Überschrift heißen können Baustelle Kopenhagen.

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Positiv daran war aber, es wurden auch Radwege gebaut. Einige sehr schön gedachte Radweg werden immer wieder unterbrochen von sinnfreien Hindernissen oder eben Kreuzungen. Radautobahnen habe ich in den 100 Kilometer keine einzige gefunden. Selbst mit dem Radwege Stadtführer war ein stressfreies Vorankommen selten möglich.

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Schade fand ich auch, dass eine Ausschilderung eher zufällig sichtbar ist als planmäßig angelegt. In der Altstadt ist Radfahren fast unmöglich.  Tausende Fahrräder stehen rum, Tausende Kopenhagener sind unterwegs, im Tempo können sie es mit Amsterdam aufnehmen, aber ansonsten suchte ich Amsterdamer oder Stockholmer Verhältnisse vergebens.  Einige schöne Fahrradbrücken machen noch lange keine Fahrradstadt.

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Ein Vergleich mit Amsterdam oder Malmö verbietet sich.

Kopenhagen im zweiten Anlauf 22.7.2017

Kopenhagen im zweiten Anlauf 22.7.2017

So langsam wissen wir, wie die gröbsten Baustellen umfahren werden können. Ebenso kennen wir jetzt fast ohne Verfahren die schnellste Strecke in die Innenstadt. Der Wettergott meinte es auch noch gut mit uns heute, so konnte eine große Kopenhagen Fahrradtour beginnen. 60 Kilometer in drei Tagen unfallfrei und ohne Ärger.

Das Hafengebiet wurde unsere erste Anlaufstelle mit seinen modernen Bauten und vielen Anlegestellen für Schiffe aller Art. Natürlich kamen wir wieder bei der kleinen Meerjungfrau raus und dieses Mal waren wir wirklich nicht allein. Das ist schon zu viel des guten. Warum bloß?

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Als Geheimtipp stellte sich Papiroon heraus, eine alte Hafenhalle voller neuer Streetfoodsachen. Lecker und nicht so teuer, wie in den normalen Touristen Hotspots.

Christiania ist wohl der alternative Treffpunkt aller Haschkonsumenten und gleichzeitig der Touristen aus aller Herren Länder. Nicht wenige davon kaufen erstmal auf dem Straßenmarkt eine Menge Hasch, drehen sie Vorort zusammen und rauchen in aller Ruhe den Joint. Bunt und auf Touristen ausgelegt, ist das alternative Leben wohl in der zweiten Reihe zu finden.

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Höhepunkt der heutigen Kopenhagen Tour war aber die Besteigung des Turmes der Erlöser Kirche. Die 400 Stufen sind ja schon gewöhnungsbedürftig, doch Achtung, die letzten150 Stufen gehen außen entlang. Oben wird es immer windiger, schmaler und auch mein Puls war bei 127. Eindrucksvolle Bilder waren möglich.

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Zum wieder runterkommen bot sich eine Wasser Tour an. Professionell ging es einmal um Christanshaven herum.

Unfassbares Kopenhagen 21.7. 2107

Unfassbares Kopenhagen 21.7. 2107

Der erste Tag in Kopenhagen war eigentlich noch der wettertechnisch freundlichere Tag. Es schien noch die Sonne, doch da wusste ich noch nicht, dass es heute den ganzen Tag regnen sollte. Die dänische Hauptstadt gab sich wieder große Mühe, uns zu vergraulen.

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Teures Essen, Baustelle an Baustelle, schlechte Wegführung, vieles, fast zu viel Schlechtes kippte die Metropole über uns aus. Abends wollte ich nur noch schlafen und nicht an vier Tage Aufenthalt denken. Laut, schrill, dreckig, keine schöne Atmosphäre, so schlief ich ein.

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Aber unser Plan sieht ein Vorherwegfahren nicht vor, so bleibt nur noch übrig, was draus zu machen. Gestern war es der Botanische Garten, der etwas Farbe in die graue Stadt brachte. Heute war es der Rote Bus. Der Neue Hafen versuchte sein Bestes. Das Smorebrod schmeckte wirklich gut, kostete aber am Ende 45 Euro. Was für Preise.

copenhagenEmpfehlen kann ich die Stadt Kopenhagen nicht, weder als Fahrradfahrer, noch als Tourist. Und wenn ich an Malmö denke, weiß ich, was ich alles falsch gemacht habe. 13 Euro und ich bin wieder in Schweden in der wirklich schönen touristenfreundlichen, fahrradliebenden Stadt Malmö.

Kurze Stippvisite in Kopenhagen 3.10.2016 Dunkel

 

Auf der Fahrt nach Kopenhagen fuhren wir einmal durch das ganze Dänemark. Autobahn samt Stau und unendlich vielen Baustellen erinnerten stark an Deutschland.

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Baumärkte und Mc Doof könnten auch bei uns stehen. Den Unterschied machen die riesigen Brücken und die vielen Fahrräder aus. Besonders in Kopenhagen wimmelt es förmlich von Fahrrädern. Richtige Fahrradautobahnen schlängeln sich durch die Stadt. Die Sehenswürdigkeiten sind recht übersichtlich. Schlösser und Parkanlagen, ja die ganze Stadt macht einen gepflegten Eindruck. Die kleine Meerjungfrau durfte nicht fehlen, auch wenn sie im Dunkeln schon recht leuchten musste.

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