Good bye Kaliningrad 9.8.2015

 

Es gibt sie tatsächlich, die Good bye Lenin Tour in Kaliningrad. Sie war unser heutiger touristischer Leitfaden. Die Tourismusverantwortlichen haben sich schon einiges einfallen lassen, was Touristen zu Gute kommt. Neben den ausgearbeiteten Touren nicht nur zum sozialistischen Kaliningrad, auch das vergangene Königsberg kann erkundet werden. Naturgemäß lässt sich das sozialistische Kaliningrad leichter entdecken, als die kaum noch vorhandenen Reste der Stadt Königsberg. Diese gibt es tatsächlich noch, wobei der Dom natürlich das Flaggschiff darstellt.

 

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Wir suchten und fanden neben den vielen Plattenbauten auch sozialistische Straßennamen mit ehemals im Mittelpunkt stehenden und heute auch mal ins Abseits gestellte Denkmäler. Michail Kalinin und Karl Marx wären zu nennen, aber selbstverständlich gibt es auch noch ein Lenin Denkmal, zwar nicht mehr an zentraler Stelle, aber es gibt es noch. Die vielen Trödelhändler mit sozialistischen Kaliningrad Relikten fanden wir eher zufällig.

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Wir können sagen Good bye Lenin, welcome Kaliningrad.

Kaliningrad auf dem 2. Blick 7.8. 2015

Auf den 2. Blick fallen natürlich in Kaliningrad die vielen alten Plattenbauten genauso wie die ebenso alten meist aus Deutschland stammenden öffentlichen Verkehrsmittel auf. Auch auf dem zweiten Blick fehlen aber auch immer noch die Dreckecken und Müll, der alles verunstaltet,  ebenso.  Touristische Angebote gibt es an allen Ecken und Kanten. Wir entscheiden uns für eine dreistündige Stadterkundung zu Fuß und mit dem Bus. Bei 35 Grad nicht immer ein Vergnügen, den russischen Erklärungen konnte ich nicht immer folgen, aber ich empfehle es trotzdem, sich auf so was einzulassen.

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Viele Orte, die für die Königsberger bzw. Kaliningrader Geschichte wichtig sind, kamen noch einmal vor die Linse. Immanuel Kant durfte da nicht fehlen. Fehlen durfte auch nicht ein Besuch auf dem zentralen Markt Kaliningrads. Immer noch bunt, vielfältig und vor allem ein wenig Sowjetunion. Das schon traditionelle Schaschlikessen beendete einen zweiten sehr heißen Tag in der Stadt Kaliningrad.

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Neues atemberaubendes Kaliningrad 6.8.2015

15 Jahre vergingen seit unserem letzten Besuch in dieser besonderen Stadt. Ich war schon gespannt, was sich so verändert hat. Atemberaubend, was die Russen in diesen Jahren so aus Kaliningrad gezaubert haben. Ich staune immer noch über die tadellosen Straßen, den neu gestalteten Platz des Sieges, die in der Sonne glänzende orthodoxe Kirchen ,die Konsumtempel, ich könnte die Reihe noch fortsetzen. Doch dann ist er da, der Schandfleck im Herzen der Stadt. Der Vampir steht immer noch an seinem alten umzäunten Platz. Hier hat sich scheinbar nichts getan.

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Auf der Dominsel ist auch alles beim alten geblieben. Der Dom leuchtete heute aber besonders schön in der Abendsonne. Neu und völlig aus der Luft gezaubert, erschien dann die Fischer Straße. Eine neue Fußgängerflanierzeile am Ufer des Pregel entlang führend, genau das richtige nicht nur für deutsche Heimwehtouristen. Überall in der Stadt traf ich nicht zu übersehende Hinweise auf die Geschichte der Stadt Königsberg. Bemerkenswert. Die kulinarische Vielfalt endete für uns in einem ukrainischen Restaurant. Wir fühlen uns sauwohl in der Stadt.

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Armes reiches Russland 6.8.2015

Viel Sonne Rückenwind 40 Kilometer Selenogradsk Kaliningrad

Was hatte ich denn in Russland erwartet, rücksichtslose Autofahrer, Schlagloch an Schlagloch, schlechte Ausschilderung, arme Häuser, Bettler. Ja, alle Reiseführer haben schlicht Unrecht. Die echte Begegnung mit der russischen Wirklichkeit war doch eine ganz andere. Wir verließen den R1 und fuhren unserer eigene Streckenführung und die führte einfach die alte A1 südwärts. Eine richtige gute Entscheidung, denn was ich hier an Qualität vorfand, übertraf ja alles. Doppelte Fahrspur, manchmal sogar mit begleitendem Radweg, nicht ein einziges Schlagloch, das war dann fast zu viel für meinen so informierten Verstand. Ruckzuck befanden wir uns auf der Zufahrt nach Kaliningrad. Nun wurde es sogar eine echte Fahrt auf einer Autobahn, sogar einen Kreisel mussten wir überwinden. Nicht ganz ungefährlich. In Kaliningrad wurde es dann auf den Straßen richtig voll.

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Auto an Auto, doch mit dem Fahrrad ging es flott Richtung Zentrum voran. Fahrradfahrer auf der Fahrbahn sind für die Busfahrer noch etwas gewöhnungsbedürftig, manchmal wird es eng. Bis vor dem Hotel fuhren wir tatsächlich nicht durch ein einziges Schlagloch. Was für eine Straßenqualität. Der Asphalt war auch an den Straßenrändern tadellos. Und in den Dörfern standen auch mal alte Häuser, aber in der Regel waren es neue Einfamilienhäuser und ganze Hotelschlösser. Eine Panzerarmada tauchte dann auch mal am Wegesrand auf. Was für eine Fahrt, kurz aber sehr einprägsam. Nichts mit armem Russland.

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Heißes Russland 4.8.2015

Nida Selenogorsk viel Sonne 59 Kilometer Rückenwind

Heiß wurde es schon an der russischen Staatsgrenze, ein schrillender Alarm wurde ausgelöst, ein Nagelbrett vor uns ausgerollt. Es fehlte nur noch der Wachtposten mit der Kalaschnikow. Ein mächtiger Schreck durchzog meinen Körper, war doch bei unserer Einreise bisher alles glatt gelaufen. Des Rätsels Lösung. Ein weiterer Reiseradler hatte die falsche Richtung genommen und die Grenzbeamten einfach ignoriert. Alarm war nun angesagt. Etwas später hatte auch er es geschafft und wir fuhren ein Stück zusammen. Was soll ich schreiben, ein Lehrer, der ein Sabbatjahr begeht und untewegs mit dem Fahrrad durch Europa radelt. Der Unterschied zwischen uns beiden, er hat seinen Traum noch vor sich. Meiner endet in einer Woche. Hellfried, alles Gute auf dem Weg nach Griechenland.

Zurück auf die Kurische Nehrung. Die Straße war schmal, aber von bester Qualität. Wir kamen gut voran, das Fahren hätte Spaß machen können, wäre da nicht die Affenhitze und der zunehmende Autoverkehr. Ganz Kaliningrad wollte wohl baden gehen.

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Selenogradsk ist eine normale Strandstadt mit allem, was der Tourist so braucht. Geld tauschen, Kaffee trinken, Baden gehen und so weiter, alles ganz wie gehabt an der Ostseeküste.

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