Rad-Katastrophe A1 Via Baltica in Estland 22.7.2015

Schlimmer geht’s nimmer. Wenn ich könnte, würde ich sofort die A1 (Velo 10) verlassen, aber leider gibt es keine Alternative. Die Tour nach Riga wurde zu einem Albtraum. Anfangs noch abseits des Autostroms, ging es dann fast 40 Kilometer im Wettstreit vor allem mit LKWs stetig vorwärts. Waren es anfangs noch 30 Zentimeter Randstreifen, so kam bald eine kilometerlange Kratzspur, so dass ein Ausbalancieren fast unmöglich war.

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Eine Baustelle bildete dann den Höhepunkt des Höllentrips. Nur die letzten Kilometer bis zur Grenze verliefen wieder auf einer ruhigen Nebenstraße. Schade, dass die Verantwortlichen nicht gleich einen Radweg mit eingeplant haben, denn auf dieser Strecke traf ich die meisten Fernradler. Balsam für die geschundene Radfahrerseele war dann der Spaziergang an einem kilometerlangen Sandstrand gewesen .

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Radfahren in Estland 2015

11 Radfahrtage reichen natürlich nicht aus, ein Rad-Land kennen zu lernen, aber trotzdem ein paar abschließende Worte. Tallinn begann mit einem Feuerwerk voller Touristen, hatte überall was zu bieten, nur Land und Leute konnten wir in der übervollen Hauptstadt nicht so richtig kennenlernen. Unsere Radtour führte dann über die Inseln nach Pärnu. Menschen und Dörfer waren dann Mangelware. Nicht Mangelware war dann der ständig vorhandene Wind gewesen. Gottseidank kam er nicht nur von vorn.

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Die eintönige Landschaft wurde selten unterbrochen, hervorgestochen haben die stets gemähten Rasen. Immer gut bunkern, heißt es als Radfahrer, denn die Poods und Cafés sind selten. Und Radwege gibt es immer mal wieder, leider nicht durchgängig. Manchmal nur 100 Meter. Die Ausschilderung mit dem Eurovelo 10 Schild war fast vorbildlich. Überraschend gut, fuhr sich der Untergrund. Nur an einer Stelle gab es ein unbefestigtes Stück. Die Via Baltica ist in weiten Teilen eine gefährliche Angelegenheit.

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Nasser Abschluss in Pärnu 20.7. 2015

Ohne Wind Regen Wolkenbruch

Nach einer 50 Kilometerfahrt immer auf dem Eurovelo 10 kamen wir gut in Pärnu an.

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Doch dann war er da, der Moment der nassen Wahrheit. Ohne große Vorankündigung öffnete Petrus seine Schleusen und los ging es mit dem Nass werden. Die Stadt hat ein urbanes Zentrum und eine touristische Infrastruktur, dass merkten wir bei einem Kurzbesuch in der Stadt. Wir erfreuten uns an einer warmen Suppe und später gab es noch einen tollen Kaffee. Der Besuch des Strandes gehörte dann noch zu unserer kleinen Rundfahrt.

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Hiiumaa Insel des Lichts und der Einsamkeit

17.7. 2015 50 Km Regen Sonne Gegenwind

Ich wollte auf die Insel Hiiuma , ganz im Westen von Estland gelegen. Erstmals regnete es so richtig. Es krachte nicht nur gewaltig, es schüttete auch ohne Ende Wasser vom Himmel. Die Fähre war trotzdem bald erreicht, die Fährfahrt ruhig und ohne Probleme verlaufen. Die Insel empfing uns mit immer besser werdendem Wetter. Der Himmel riss auf und das Blau des Himmels leuchtete intensiv. Auch das Grün der Alleen und gemähten Wiesen erschien grüner als auf dem Festland. Vom Meer sah ich nur an wenigen Stellen kleine Fetzen. Ein Radweg war tatsächlich wieder stückweise vorhanden.

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Menschen auf der Insel zu treffen, gleicht einem Kunststück, einmal ist es mir gelungen. Die Chance, ein Café oder ein Restaurant zu finden gleicht einem Geduldsspiel. Taucht ein Hinweisschild auf, sollte man das sehr ernst nehmen, denn es könnte die letzte Gelegenheit gewesen sein, seinen Hunger zu stillen.

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