In der Wüste bei Yazd 11.10.2018

In der Wüste bei Yazd 11.10.2018

In der Stadt der Wüste Yazd gab es auch Einiges zu sehen. Doch der Glanz von Shiraz hat nicht bis hierher gereicht. Die Bauten sind nicht ganz so glanzvoll, der Basar nicht ganz so üppig und die Gärten nicht ganz so reichlich.

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Die schwarzgekleideten Frauen haben zugenommen, doch die Fotoverrücktheit besonders der iranischen Frauen hat noch nicht abgenommen. Immer wieder kommt es zum Rollentausch Täter Opfer.

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Nach einer kurzen Anfrage wird meist gegenseitig geknipst , was das Zeug hält. Sehenswürdigkeiten gab es natürlich auch, so einen Feuerpalast und einen halboffenen islamischen Dom. Die historische Altstadt benötigt noch ein wenig Pflege.  Nun ging es noch etwas farbloser, wenn nicht sogar trostloser. Nain, eine Stadt auf dem Weg nach Isfahan. Große Teile der Altstadt sahen aus wie Chiwa vor 40 Jahren. Noch nicht ganz vom Winde zugeweht und vom Regen ausgewaschen. Hier ist noch mehr Zeigenswertes als die alte Moschee mit unterirdischer Gebetshalle. Aber hier fand ich so etwas wie den Zauber des Alten Orients. Ein Postkartenverkäufer hatte nicht nur Talent im Verkauf seiner Karten, er hatte auch einfach Charme und Charisma. Hier machte es Spaß etwas zu kaufen und die Leute kauften.

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Unterwegs in Persien 10.10.2018

Unterwegs in Persien 10.10.2018

In Persien unterwegs zu sein, bedeutet immer über Geschichte aber auch über die Gegenwart zu stolpern. Der Iran ist reich an Geschichte der verschiedensten Zeitalter, immer und überall liegen bedeutende Steine herum. Heiß ist es überall, die Sonne scheint auch im Oktober erbarmungslos. Bäume und Wasser gibt es höchst selten. In der Gegenwart gibt es viele neue Straßen mit modernen Autos, die auch von Frauen gefahren werden. Auffällig ist der viele Plastemüll, der überall herum liegt und fliegt.

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Pasargadae hat noch einige alte Säulen und Tore zu bieten. Kein Vergleich mit den Überresten von Persepolis. Eine gute touristische Infrastruktur lässt über die dürftigen Überreste der Geschichte hinweg sehen. Das Grab von Kyrios ist das noch vollständigste Bauwerk. Die Fahrt nach Yazd gleicht einer Fahrt über eine überdimensionierte Bauschutthalde und Sandgrube. Plantagen mit Früchte sind aber auch vorhanden. Die immer vorhandenen Märtyrerbilder sind hier sogar Farbkleckse und erfreuen das Auge. Immer wieder gab es aber auch kleine Städte mit viel Leben und den typischen Mopeds.

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Die Fahrt durch die Wüste ist mit dem schnellen und klimatisierten Bus kein Problem, doch Schreckensbilder hat man doch vor Augen. Das Auge findet in dem Nichts nichts vor, woran es sich festklammern kann. Erst war es eine flache Ebene , bis es über einen Pass durch eine Bergwüste ging.

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Der Turm des Schweigens bildete dann mit seiner Sonnenuntergangskulisse den Höhepunkt des heutigen Tages. Die Anhänger dieser Zarathustra Religion lassen ihre Toten auf diesem Turm von den Geiern abnagen und entsorgen dann die Knochen in den Bergen. Das ist eine klare Angelegenheit gewesen, heute für die Touristen nachgebaut. Die Sonne schickte einen letzten heißen Gruß über die Berge zu uns nach Yazd.

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Stolzer Iran 9.10.2018

Stolzer Iran 9.10.2018

Manche Länder haben wenig zu bieten und geben an, mit dem wenigen was sie haben. Persien hat wirklich viel zu bieten und das an jeder Ecke. Heute stand Persepolis auf dem Plan, dieser geschichtsträchtige Ort an dem sich wieder Mal der Europäer schämen muss, da Europäer eine Hochkultur zerstör haben. Bei dem Gang durch die wieder erstandene Ruinenstadt lässt sich so einiges an alter Größe wieder entdecken.

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Leider hat Alexander der Große (Kulturzerstörer) ganze Arbeit geleistet, nur noch wenige Reliefs und Säulen künden von einstiger Größe. Die Farbigkeit ist natürlich durch die gnadenlose Sonne verloren gegangen. Dank einer 3D Brille und einem findigen Unternehmer ersteht die alte Kulturwelt gleich einem Wunder vor den eigenen Augen. Und man ärgert sich gleich nochmal so stark über die Zerstörungswut von Menschen. Die Farben leuchten mit der Sonne um die Wette, die Höhe der Anlage kommt wieder zum Vorschein. Leider wird dieser Anblick durch die Touristenwelt eine Sekunde später gleich wieder zerstört.

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Selbst die Totenstadt wurde von den europäischen Kulturbanausen ausgeraubt, die imposanten Felsenreliefs der Achäminiden von Naqsh-e-Rostam konnte auch die Zeit nichts anhaben. So künden die Felsengräber von der Allmacht der persischen Könige, die aber auch nach dem Tode zweitausend Jahre später den Besucher in Staunen versetzen.

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Das stolze Persien zeigte sich auch im Besuch zweier Mausoleen in Shiraz. Als Europäer kommt man nicht so einfach in das Mausoleum Shah Cheraq Zwar mit Schador bekleidet reichte es trotzdem nur für zwei Höfe. Zwar volle Licht und voller Stimmung aber auch voller Gläubiger. So dass ein touristischer Besuch eben nicht möglich war. Doch der findige Reiseleiter hatte noch ein zweites Mausoleum im Angebot und dort durften wir in die Gebetsräume. Es funkelte an allen Ecken und Kanten, aber es waren auch Gläubige im Raum.

So nahe waren wir dem Iran. Aber die Fotografierwut der Touristen wird noch übertroffen vom Fotografierwillen so mancher Iranerin. Zum stolzen Iran gehören auch die vielen Bilder von Märtyrer. Das sind Erinnerungen an die Toten des Irak-Iran Krieges.

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Bunte Vielfalt in Shiraz 8.10.2018

Bunte Vielfalt in Shiraz 8.10.2018

Noch ein wenig benommen von der langen Anreise und geschockt von Michaelas Kofferverlust, lässt sich jetzt am Nachmittag des ersten Tages in diesem neuen Land so etwas wie Vorfreude bei mir entdecken. Meine sechste Sabbatreise führt mich wieder in ein mittelasiatisches Land mit einer starken religiösen Ausprägung.

Normale Sachen wie Frühstück im Hotel oder Autos auf den Straßen werden abgelöst von eher neuen Eindrücken. Riesige Geldmengen für einen Espresso. 100000 von der Landeswährung. Unser Reiseführer Reza führte uns durch viele Ecken von Shiraz, wohl einer schon etwas größeren islamischen Stadt. Sie ist geprägt von vielen kleinen und kleinsten Geschäften, bunten Gärten und eindrucksvollen Moscheen und Palästen. Zu entdecken gibt es eine ganze Menge, nur aufnahmebereit war ich heute noch nicht so ganz.

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Der Basar reizte meine Sinne das erste Mal. Die verwirrende Vielfalt der kleinen Geschäfte hat etwas Anziehendes. Es gab aber auch was zu sehen, Gewürze, Kleidung, Obst und Schmuck. Nicht aufdringlich, wie in anderen Ländern

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Am Nachmittag ging es schon wesentlich besser, eine Siesta ist auch im Iran lebensnotwendig. Immer wieder zaubert der Reiseleiter Sehenswertes aus dem Ärmel. Gartenanlagen sind in Shiraz der wahre Magnet der Menschen, hier treffen sich Touristen, aber auch viele Einheimische. Je später der Tag wird, desto lebhafter wird das Treiben auf den Straßen und in den Gärten.

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Die Selfie Sucht schlägt auch hier voll zu. Täter und Opfer werden wir Touristen auch im Sekundentakt. Europäer sind hier noch was Besonderes. Der Garten Eram ,ein botanischer Garten,hat neben Wasser und Bäumen viele Rosen zu bieten. Doch der Höhepunkt des Tages waren die Mausoleen von Sadi und Hafez. Diese beiden Dichter werden im Iran sehr verehrt und man erweist ihnen die Ehre eines Besuches. Ein Foto darf wieder nicht fehlen.

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Wladiwostok Du Vielfältige 26.9.2018

Wladiwostok Du Vielfältige 26.9.2018

In einer Hafenstadt eine Hafenrundfahrt zu machen, ist wohl eine normale Idee. So schauten wir erstmal auf dem alten sowjetischen U-Boot nach dem Rechten und dann ging es mit einem Ausflugsdampfer Richtung Insel Rusky samt der beiden Brücken. Egal von wo aus man sie betrachtet, beide Brücken sind monumentale Bauwerke. Wir haben sie nun von allen Seiten von oben von unten , sogar von der Fahrbahn aus fotografiert. Sie sind beide nicht nur schön, sondern auch sehr faszinierend. Ganz nebenbei fahren tatsächlich kleine aber auch riesige Schiffe in den Hafen von Wladiwostok ein. Die Stadt ähnelt vom Wasser aus Istanbul wie eineiige Zwillinge.

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Willst Du die Sehenswürdigkeiten von Wladiwostok kennen lernen, brauchst du nur den Bussen mit den chinesischen Touristen folgen. Sie wissen punktgenau, wo es was Sehenswertes zu sehen gibt. So war es auch heute. Wir fuhren artig mit dem Linienbus zur Endhaltestelle Mayak (für Leuchtturm) und liefen das letzte Stück, doch unsere chinesischen Touristenfreunde fahren mit ihren eigenen Bussen bis zur letzten Möglichkeit. So sei es. Sie sind überall, aber sie strahlen kindliche Freude über jede Welle, jeden Stein und jede gelungene Pose aus. So mitten im Pazifik ist das Wasser auch bloß nass, aber es ist schon bedauernswert, dass meine Reise nicht weiter gehen kann Richtung Osten. Mit der Fähre nach Süd Korea 24 Stunden. Ja, ein anderes Mal.

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Einen würdigen Abschluss in Wladiwostok gab es auch noch. Das Ozeanarium auf der Rusky Insel ist ein wahrer Kracher. Wer das hingestellt hat, hat fast alles richtig gemacht. Ein futuristischer Bau, ein Wahnsinnsinnenleben auf drei Etagen, natürlich geprägt von vielerlei Aquarien. Die Vielfalt der Fische wurde atemberaubend dargestellt. Erstaunlich wie viele Besucher an einem Wochentag nach der Saison das Riesengebäude angezogen hat. Besonders erwähnenswert ist noch die Tatsache, die russischen und chinesischen Frauen machen sich immer besonders hübsch. Alle freuten sich wieder wie die kleinen Kinder , wenn die Robben zum Beispiel auftauchten. Der Regenwald und seine Fischwelt waren dann mein Abschlusserlebnis in Russland gewesen. Danke für alle Erlebnisse, danke für die vielen hilfsbereiten Menschen und die Freundlichkeit, die überall spürbar war.wladiwostok-ozeanarium

Ein schönes Abschiedsbild war nicht schwierig zu finden.

Ich werde wohl zum Rückfalltäter werden.

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Herrscher im Osten Wladiwostok 21.9.2018

Herrscher im Osten Wladiwostok 21.9.2018

Die Stadt im Fernen Osten Russlands krachte mit voller Wucht in unsere doch so auf Ruhe getrimmte Seelenlandschaft. War im Zug das gleichmäßige Rattern bald vergessen, sind die Autos mit ihrem Hupen doch eine arge Belästigung . Die Stadt liegt malerisch auf Höhen an der Amur Bucht. Sehr oft ist entweder das Meer oder eine der beiden großen Brücken zu sehen. Nicht nur die Namensbezeichnung das goldene Horn erinnert mich an Istanbul. Das ganze Flair könnte auch am Bosporus sein.

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Wladiwostok ist schon eine sehr bergige Stadt. Autos und Fußgänger müssen sich ständig berghoch oder bergab quälen. Die Straßen sind meist voller Autos. Einen gigantischen Überblick über die Stadt ohne jegliches Ende hat man vom Adler Nest. Hoch über der Stadt laden einige Felsen zum Rundumblick ein. Wohin das Auge auch schaut, überall erblickt es Wasser. Selbst der Pazifik ist zu sehen. In der ganzen Stadt wachsen immer mehr Punkthochhäuser in die Höhe. Die Stadt am Goldenen Horn macht einen wilden Eindruck durch die vielen Buchten, Häfen und Berge. Stück für Stück will sie erobert werden. Im Moment machen wir das noch alles zu Fuß. Immer wieder gewährt die Stadt Einblicke der besonderen Art. Mal ist es ein prunkvolles Stadttor, dann ein trocken gelegtes U-Boot, selbst die russische Kriegsmarine hält nichts mehr vom Verstecken. Auch wird die sowjetische Vergangenheit in keinster Weise verleugnet.

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Bei einer Stadt, die so von Wasser eingerahmt wird, liegt es nahe, dass die Strände voller badender Menschen ist, aber ein wenig falsch. Voller Menschen, aber nicht im Wasser, sondern alle auf einer neuen Hafenpromenade. Wer sich das ausgedacht hat, hat den Nerv der Wladiwostoker und auch Touristen getroffen. Zu Hunderten bevölkern sie die zwei Kilometer lange Promenade. Alles vom Feinsten und auf einander abgestimmt. Kinderspielplatz neben einem Ozeanum, kleine Imbissbuden neben einem brasilianischem Edelrestaurant. Der Hit ist aber die Halfpipe für Roller und BMX Fahrer. Tolle Kunststücke wurden mir vorgeführt. Die Kinder und Jugendlichen waren voll bei der Sache. 2 zu 0 für die Verantwortlichen. Selbst die Straße zur Promenade ist eine Fußgängerzone und natürlich voller Springbrunnen. Wieder was entdeckt in dieser Stadt am Ende von Russland. Die Menschen und auch die vielen chinesischen Touristen und die zwei Deutschen fühlen sich hier wohl.

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Essen und Trinken in Russland 23.9.2018

Essen und Trinken in Russland 23.9.2018

Also eins vornweg, verhungern oder verdursten wird in Russland niemand. Außerhalb der Hotels konnten wir immer aus einer Vielzahl von Möglichkeiten aussuchen. Meist waren wir im unteren Preissegment unterwegs. Stolaba und Apettita waren unsere Hits. Preislich unschlagbar, in der Vielfalt nicht zu toppen. Die Schnelligkeit ist auch unübertreffbar. Da in sekundenschnelle ein Drei Gang Menü zusammengestellt werden kann. Manchmal gab es sogar Kaviar. Und jede Woche einmal war Schaschlikessen angesagt.

Auch selber Essen ist kein Problem, überall gibt es Produkty oder Magazins. Brot ist unschlagbar gut und billig. Alles ander kann man dazu kaufen, manchmal ist sogar ein Markt in der Nähe zu finden. Ein wenig Smaltalk und der Spaßfaktor ist auch gegeben.

Selbstverständlich mussten wir am Baikalsee den Omul kosten, der warm geräuchert oder gedünstet unübertroffen gut schmeckt. Ein Sibbitter hinterher und die Welt ist in Ordnung.

Gelernt habe ich auch bei einem russischen Schulleiter, dass Jägermeister im Kaffee schmeckt und typisch deutsch ist.

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