Auf den Spuren des roten Oktobers 26.2.2019

Auf den Spuren des roten Oktobers 26.2.2019

Nur noch die wenigsten Leser dieser Zeilen werden mit Petrograd und Oktoberrevolution was anfangen können. Zu sehr hat der Niedergang des real existierende Sozialismus die Erinnerung an die geschichtsträchtigen Tage vergessen lassen. Nur noch ein großer Teil Chinesen und ein kleiner Teil Ostdeutscher, kann mit Begriffen wie Finnländischer Bahnhof, Aurora oder Sturm auf das Winterpalais etwas anfangen. Ob nun aus ideologischen Gründen oder doch eher der Grund des touristisch schwer beherrschbaren Themas , nur wenige suchen nach Spuren der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

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Wir taten es. So fanden wir vor dem Finnischen Bahnhof das Dankmal mit Lenin auf dem Panzerfahrzeug. Es steht noch heute wuchtig an der Newa. Die Aurora eignet sich noch am ehesten für Touristenströme, hat sie doch eine imposante Silhouette aufzuweisen. Es ist zwar fast alles an der Geschichte und auch am Aussehen Fake, aber was solls chinesische Touristen und ostdeutsche Nostalgiker besuchen sie trotzdem.

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Gar nicht weit entfernt liegt ein weiterer geschichtsträchtiger Ort. Das Haus der ehemaligen Freundin des letzten Zaren ist heute ein Museum für politische Geschichte. Mit viel Aufwand wird die Geschichte der Oktoberrevolution und der real existierenden Sowjetunion dargestellt.

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Lenins Arbeitszimmer kann besichtigt werden genauso wie eine Ausstellung über die Primaballerina Matilda.

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Wer auf den Spuren des roten Oktober von 1917 wandelt, darf natürlich nicht einen Besuch im Winterpalast vergessen.

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Heute reiht am sich ein in die schier endlose Schlange, der Besucher der Eremitage. Wer hier nun wirklich Kunst anschauen will oder doch nur den Glanz der Romanovs nachspüren will, sei mal dahin gestellt. Ganz in der letzten Ecke gab es doch tatsächlich einen wichtigen geschichtsträchtigen Ort zu entdecken. Die Nummer 178 in der endlosen Abfolge der Zimmer beinhaltet das Zimmer ,in der die provisorische Regierung verhaftet worden ist. Und damit die Macht an die Bolschewiki übergegangen ist. Nur leider geht die Uhr auf dem Kaminsims wieder , sie zeigt nicht mehr die historische Stunde 2.40 Uhr an. So nun genug vom Roten Oktober, es geht wieder in die winterliche Realität des Sankt Petersburg von 2019.

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Sankt Petersburg im Winter 24.2.2019

Sankt Petersburg im Winter 24.2.2019

Nun ist wieder eine Idee in die Tat umgesetzt. Wir besuchen Russland im Winter. Ziel ist die Stadt an der Newa. Das Venedig des Nordens. Wird nun Winter sein oder nicht, war so eine spannende Frage während des Fluges. Kurze Antwort, ein wenig Schnee lag noch, die Flüsse waren noch zugefroren, ansonsten war schon Schmudelwetter angesagt. Kaum kam aber die Sonne heraus, verzauberten die Schneereste Zarskoje Zelo. Selbst in der tiefsten Nichtsaison war der Andrang an das Bernsteinzimmer groß. Allein ist man hier wohl nie.

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Der Katharinenpalast glänzte auch im Winter mit seiner Goldpracht. In vielen Zimmern schimmerte die Pracht vergangener Tage hervor. Bedauerlich nur, dass alles ein Neubau ist. Den 2. Weltkrieg hat nur wenig überlebt.

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Ähnlich sah es auch in Pawlowsk aus. Die barocke Pracht von Katharina der Großen wich einer bescheideneren Schlossanlage.

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Die Nachfahren der russischen Kaiserin passten sich dem Zeitgeschmack an. Auch hier glänzte der Winter noch mit schönen Naturaufnahmen.

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Petersburg im Winter bedeutete aber auch , man ging gern in Bars, Restaurants und Cafés. Und davon gab es rund um den Newski Prospekt genügend.

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Wladiwostok Du Vielfältige 26.9.2018

Wladiwostok Du Vielfältige 26.9.2018

In einer Hafenstadt eine Hafenrundfahrt zu machen, ist wohl eine normale Idee. So schauten wir erstmal auf dem alten sowjetischen U-Boot nach dem Rechten und dann ging es mit einem Ausflugsdampfer Richtung Insel Rusky samt der beiden Brücken. Egal von wo aus man sie betrachtet, beide Brücken sind monumentale Bauwerke. Wir haben sie nun von allen Seiten von oben von unten , sogar von der Fahrbahn aus fotografiert. Sie sind beide nicht nur schön, sondern auch sehr faszinierend. Ganz nebenbei fahren tatsächlich kleine aber auch riesige Schiffe in den Hafen von Wladiwostok ein. Die Stadt ähnelt vom Wasser aus Istanbul wie eineiige Zwillinge.

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Willst Du die Sehenswürdigkeiten von Wladiwostok kennen lernen, brauchst du nur den Bussen mit den chinesischen Touristen folgen. Sie wissen punktgenau, wo es was Sehenswertes zu sehen gibt. So war es auch heute. Wir fuhren artig mit dem Linienbus zur Endhaltestelle Mayak (für Leuchtturm) und liefen das letzte Stück, doch unsere chinesischen Touristenfreunde fahren mit ihren eigenen Bussen bis zur letzten Möglichkeit. So sei es. Sie sind überall, aber sie strahlen kindliche Freude über jede Welle, jeden Stein und jede gelungene Pose aus. So mitten im Pazifik ist das Wasser auch bloß nass, aber es ist schon bedauernswert, dass meine Reise nicht weiter gehen kann Richtung Osten. Mit der Fähre nach Süd Korea 24 Stunden. Ja, ein anderes Mal.

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Einen würdigen Abschluss in Wladiwostok gab es auch noch. Das Ozeanarium auf der Rusky Insel ist ein wahrer Kracher. Wer das hingestellt hat, hat fast alles richtig gemacht. Ein futuristischer Bau, ein Wahnsinnsinnenleben auf drei Etagen, natürlich geprägt von vielerlei Aquarien. Die Vielfalt der Fische wurde atemberaubend dargestellt. Erstaunlich wie viele Besucher an einem Wochentag nach der Saison das Riesengebäude angezogen hat. Besonders erwähnenswert ist noch die Tatsache, die russischen und chinesischen Frauen machen sich immer besonders hübsch. Alle freuten sich wieder wie die kleinen Kinder , wenn die Robben zum Beispiel auftauchten. Der Regenwald und seine Fischwelt waren dann mein Abschlusserlebnis in Russland gewesen. Danke für alle Erlebnisse, danke für die vielen hilfsbereiten Menschen und die Freundlichkeit, die überall spürbar war.wladiwostok-ozeanarium

Ein schönes Abschiedsbild war nicht schwierig zu finden.

Ich werde wohl zum Rückfalltäter werden.

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Herrscher im Osten Wladiwostok 21.9.2018

Herrscher im Osten Wladiwostok 21.9.2018

Die Stadt im Fernen Osten Russlands krachte mit voller Wucht in unsere doch so auf Ruhe getrimmte Seelenlandschaft. War im Zug das gleichmäßige Rattern bald vergessen, sind die Autos mit ihrem Hupen doch eine arge Belästigung . Die Stadt liegt malerisch auf Höhen an der Amur Bucht. Sehr oft ist entweder das Meer oder eine der beiden großen Brücken zu sehen. Nicht nur die Namensbezeichnung das goldene Horn erinnert mich an Istanbul. Das ganze Flair könnte auch am Bosporus sein.

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Wladiwostok ist schon eine sehr bergige Stadt. Autos und Fußgänger müssen sich ständig berghoch oder bergab quälen. Die Straßen sind meist voller Autos. Einen gigantischen Überblick über die Stadt ohne jegliches Ende hat man vom Adler Nest. Hoch über der Stadt laden einige Felsen zum Rundumblick ein. Wohin das Auge auch schaut, überall erblickt es Wasser. Selbst der Pazifik ist zu sehen. In der ganzen Stadt wachsen immer mehr Punkthochhäuser in die Höhe. Die Stadt am Goldenen Horn macht einen wilden Eindruck durch die vielen Buchten, Häfen und Berge. Stück für Stück will sie erobert werden. Im Moment machen wir das noch alles zu Fuß. Immer wieder gewährt die Stadt Einblicke der besonderen Art. Mal ist es ein prunkvolles Stadttor, dann ein trocken gelegtes U-Boot, selbst die russische Kriegsmarine hält nichts mehr vom Verstecken. Auch wird die sowjetische Vergangenheit in keinster Weise verleugnet.

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Bei einer Stadt, die so von Wasser eingerahmt wird, liegt es nahe, dass die Strände voller badender Menschen ist, aber ein wenig falsch. Voller Menschen, aber nicht im Wasser, sondern alle auf einer neuen Hafenpromenade. Wer sich das ausgedacht hat, hat den Nerv der Wladiwostoker und auch Touristen getroffen. Zu Hunderten bevölkern sie die zwei Kilometer lange Promenade. Alles vom Feinsten und auf einander abgestimmt. Kinderspielplatz neben einem Ozeanum, kleine Imbissbuden neben einem brasilianischem Edelrestaurant. Der Hit ist aber die Halfpipe für Roller und BMX Fahrer. Tolle Kunststücke wurden mir vorgeführt. Die Kinder und Jugendlichen waren voll bei der Sache. 2 zu 0 für die Verantwortlichen. Selbst die Straße zur Promenade ist eine Fußgängerzone und natürlich voller Springbrunnen. Wieder was entdeckt in dieser Stadt am Ende von Russland. Die Menschen und auch die vielen chinesischen Touristen und die zwei Deutschen fühlen sich hier wohl.

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Essen und Trinken in Russland 23.9.2018

Essen und Trinken in Russland 23.9.2018

Also eins vornweg, verhungern oder verdursten wird in Russland niemand. Außerhalb der Hotels konnten wir immer aus einer Vielzahl von Möglichkeiten aussuchen. Meist waren wir im unteren Preissegment unterwegs. Stolaba und Apettita waren unsere Hits. Preislich unschlagbar, in der Vielfalt nicht zu toppen. Die Schnelligkeit ist auch unübertreffbar. Da in sekundenschnelle ein Drei Gang Menü zusammengestellt werden kann. Manchmal gab es sogar Kaviar. Und jede Woche einmal war Schaschlikessen angesagt.

Auch selber Essen ist kein Problem, überall gibt es Produkty oder Magazins. Brot ist unschlagbar gut und billig. Alles ander kann man dazu kaufen, manchmal ist sogar ein Markt in der Nähe zu finden. Ein wenig Smaltalk und der Spaßfaktor ist auch gegeben.

Selbstverständlich mussten wir am Baikalsee den Omul kosten, der warm geräuchert oder gedünstet unübertroffen gut schmeckt. Ein Sibbitter hinterher und die Welt ist in Ordnung.

Gelernt habe ich auch bei einem russischen Schulleiter, dass Jägermeister im Kaffee schmeckt und typisch deutsch ist.

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Wo wir übernachteten Hotels 24.9.2018

Wo wir übernachteten Hotels 24.9.2018

Unsere Übernachtungen in Moskau, Krasnojarsk, Irkutsk,

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Listwjanka, Ulan Ude und Wladiwostok fanden vom 11 Euro Hotel bis zum 50 Euro Hotel statt. Über Booking.com oder auf Empfehlungen des Orion Reisebüros buchten wir alle Hotels im voraus. Von keinem Hotel wurden wir enttäuscht, Frühstück und Wlan waren immer dabei.

Die Frühstücksqualität war in Moskau am besten, das schönste Zimmer hatten wir wohl am Baikalsee. In Wladiwostok gab es sogar ein Appartement für uns beide. Jeder hatte sein Reich. Alle Hotels könnte ich weiter empfehlen, mache ich aber nicht. Es gibt für jeden Geldbeutel etwas und was jeder als wichtig empfindet, muss auch jeder für sich heraus finden. Alle Bediensteten waren stets höflich und zuvorkommend. Alle sprachlichen Probleme wurden gelöst. Nie gab es was zu beanstanden. Selbst Sauna war unkompliziert möglich.

Ich liebe Halb Marathon 22.9.2018

Ich liebe Halb Marathon 22.9.2018

Das Leben hat mich wieder und ich kann diese Zeilen schreiben. Zwischendrin hatte ich bei den 21,1 Kilometer doch ab und zu ein Wehwehchen. Gott die Dank tat immer mal was anderes weh.

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Am schlimmsten waren eigentlich die drei Stunden vor dem Start in einem engen Zelt, da es draußen schüttete wie aus Eimern. Was solls pünktlich 9.50 Uhr ging es los und es ging los. Die Autobahn war konsequent gesperrt mit LKW und Polizei, es hätte mich nicht gewundert, wenn an einer Kreuzung auch mal ein Panzer gestanden hätte. Das Feld zog sich bald auseinander und irgendwann wusste ich mit wem ich laufen kann und mit wem nicht. Japan und Deutschland bildeten ein ungewolltes Team noch flankiert von einem jungen Russen. Doch ohne die holde Weiblichkeit hätte ich den Lauf glaube ich nicht so gut überstanden. Immer wieder liefen junge Damen an mir vorbei mal mehr mal weniger bekleidet.

DCIM100GOPRO

Aber alle hatten hübsche Beine, dies half mir so manchen Kilometer zu überwinden. Die Strecke war alles andere als flach, immer wieder gab es ganz schöne Steigungen zu bezwingen. Waren es erst die starken Anstiege, die mir zu schaffen machten, waren es am Schluss die Abfahrten, die mich fast zur Aufgabe zwangen. Ich musste den letzten Berg bergab gehen, sonst wäre ich nicht angekommen. Die beiden Brücken waren wirklich eine Herausforderung der besonderen Art. Von der ersten, die immerhin 70 Meter über dem Wasser, schwebt, wurde so mancher Läufer arg gebeutelt. Fotos zu schießen, war schon eine Herausforderung.

DCIM100GOPRO

Der Regen war meiner Stimmung nicht abträglich, aber Zuschauer gab es so gut wie keine. Ansonsten hatten die Organisatoren fast alles im Griff. Erst am Ziel kam noch so was wie Stimmung auf, getrieben von einigen Chearleadern schaffte sogar ich meinen selbst gewählten Streckenrekord von 3 Stunden zu unterbieten. 2.54 Stunden war ich tatsächlich auf der Strecke gelaufen. Zwei Deutsche waren auf den Strecken jeweils bei 3500 anderen Startern unterwegs. So habe ich sogar in der deutschen Wertung gewonnen. War ja kein anderer da. Der andere Deutsche lief ja den Marathon. Die meisten kamen aus Russland, Korea, Japan und China. 400 Helfer taten ihr Bestes bei Dauerregen und Wind. Die beiden Hauptorganisatoren durften wir sogar interviewen.

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Mein erster Halbmarathon war sicherlich für lange Zeit mein letzter Halbmarathon gewesen. Danke an meine Trainer Günter Schmidt und Harald Hoßbach, aber ohne mein Ausdauertraining auf dem Lutherweg in Hessen und mein Bergwandertraining am Baikalsee hätte ich sicherlich ganz alt ausgesehen. Übrigens das Durchschnittsalter lag bei 30.