Fahrrad fernfahren in Polen? 19.8.2020

Stettin- Swinemünde bedeckt 90 Kilometer
Diese zwölfte Etappe unserer Oder-Tour hatte noch einmal alles zu bieten, was Polen so einem Fernradler anzubieten hat.
Da war zuerst der gute Radweg aus der Stadtmitte heraus,

dann kam mitten im Wald wieder eine Horrorstück Sand ,

dann wie aus dem Nichts ein über viele Kilometer bestens ausgebauter Radweg immer der Küste folgend bis zu unserer Fähre in Ziegenort Trzebiez.

Die Firma Laternik mit einem super netten Kapitän aus Kopice bietet tatsächlich Fährdienste an.

So konnten wir ein kleines Oder Abenteuer der besonderen Art erleben.

Nach Kopice ging es nordwärts auf einem Radweg zwar ohne Asphalt

aber mit schönen Aussichten auf das Stettiner Haff.

Als ob wir es geahnt hätten, in Wolin gab es ein schönes Eis, denn es war wieder unsere kleine Henkersmahlzeit.

Auf der Karte ging nur eine rote Straße nach Swinemünde und das bedeutet Dauer LKW Alarm.

Und so kam es auch, dank eines Randstreifens konnten wir in Rekordgeschwindigkeit Swinemünde erreichen, wo wir schon von Claudia und Thomas erwartet worden sind.

Aber als Radweg ist das letzte Stück der Etappe wieder nicht zu empfehlen.
Polens Radwege sind wie ein Blick in das Abendrot, du weist nie , was dich auf der nächsten Etappe erwartet.

Fahrradfahren in Szczecin ?18.8.2020

30 Kilometer heiß
Ich fange mit dem Guten an.
Anfänge für ein Fahrradfahren in Stettin sind gemacht. Es gib tatsächlich einige ausgewiesene Radwege, sowie auch schon eine kleine Übersichtskarte mit den vorhandenen Radwegen.

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Ziele für das Radfahren gibt es auch schon. Da ist eine Mole mit dem schönsten Radweg oder eine Insel voller Sand und Sonne zu nennen.

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Im Cafe 22 läßt sich die Stadt Stettin aus dem 22. Stockwerk gut überblicken und nebenbei ein schöner Eisbecher essen.

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Nun zum weniger guten.
Schon der Blick auf die Stadtkarte mit Radwegen läßt einem ratlos zurück.

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Überall sind die Radwege vorhanden, aber kein durchgehendes Netz. Was noch schlimmer ist, sie fangen unerwartet an und hören im größten Kreuzungsschlamassel auf.

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Baustellen erschweren weiterhin die Fahrlaune.

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Die Radwege werden immer wieder unterbrochen von riesigen Kreuzungen mit unübersichtlichen Grünphasen. Straßenbahnüberquerungen sind die Härte für Mensch und Material.

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Die meisten Radwege sind im Gegenstromprinzip angelegt, so dass jeder Zeit aufgepasst werden muss. Da die Stadt von Stadtautobahnen förmlich zerschnitten ist, gibt es auch kein ruhiges Fahren.

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Radfahrer hilft da nur die Suche nach einem ruhigen Plätzchen und das gibt es zum Glück an der Oder Mole oder an der Haken Terasse.

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Einen versöhnlichen Abschluss in Stettin erhielten wir

bei einer Boots-Rundfahrt.

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Sonntags mit dem Fahrrad auf Polens Straßen 16.8.2020

Cedynia-Stettin 86 Kilometer Rückenwind heiß
Unsere 11. Etappe entlang der Oder hatte noch einige Überraschungen auf Lager.
Auf kleinen Nebenstraßen ließ es sich im Schatten hervorragend fahren.

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Links und rechts gesunde Wälder und die Zeichen der letzten Eiszeit werden immer gegenwärtiger. Nicht nur das es hügeliger wird, auch der Sand nahm enorm zu. Auch der kleinste Waldweg wurde so zu einer Falle. Einfach nicht befahrbar.

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Als Alternative bot sich nur die rote Straße 31 an.

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Diese fuhren wir dann auch fast durchgängig bis Stettin. Wir hatten doppeltes Glück gehabt, es gibt in Polen ein sonntags LKW-Verbot und tatsächlich keine mächtigen Brummer im Anflug.

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Und wir hatten Glück, da sonntags viele Polen in die Kirche gehen, so dass es erst gegen Mittag etwas voller auf den Straßen geworden ist.
Ich möchte gar nicht an Montag- Sonnabend denken, wenn der Verkehr voller ist. Die Routenführung ist wieder purer Leichtsinn und nicht zu empfehlen.
Über zwei große Brücken ging es über die Oder Richtung Innenstadt.

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Wir hofften auf eine Radwegesystem ala Breslau, aber leider vergebens. Es gab auf unserer Einfahrt nur etwa hundert Meter Radweg, aber einen gigantischen Fahrradfahrstuhl.

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Der Abend klang an der Oder aus. Eine sehr schöne Mole voller Menschen und urbanen Leben fanden wir vor.

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Mit Maria durch Polens Geschichte und Gegenwart 15.8.2020

heiß 70 Kilometer Kostrzyn nad Odra -Cedynia
Die Fahrt entlang der Oder ging heute wieder durch Wald und Sand, aber auch durch geschichtsträchtiges Gelände.

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Die Schlacht um Berlin wurde hier von der ersten polnischen Panzer-Armee mit begonnen.

c-gundolf-schmidt-polenViele Denkmäler und auch ein riesiger Friedhof erinnerten an die Gräuel des Krieges.

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Die Gegenwart holte uns wieder ein mit einem hervorragendem Essen von Oma selbst gekocht.

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Die Katze schlich um uns herum und wußte genau , wie sie mich becircen kann.

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Immer wieder begegnete uns heute Maria, denn heute war ihre Himmelfahrt und in Polen Feiertag.

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Eine kleine Prozession begegnete uns im Heiligtum der Maria. Der Gesang war feierlich und schön. Ein Gebet gehörte selbstverständlich dazu.

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Den westlichsten Punkt Polens besuchten wir auch auf unserer Fahrt entlang der Oder.

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Oder-Radweg in Ost und West 14.8.2020

Neuzelle- Kostrzyn nad Odra 72 Kilometer bewölkt
Der Oder Radweg in Ost- Deutschland unterscheidet sich schon vom Oder Radweg in West Polen.

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In Ost-Deutschland gibt es auch begleitende Radwege an Fernverkehrsstraßen, selbstverständlich gibt es auch den Oder- Neiße Radweg. Immer gut ausgeschildert, sich in der Fahrweise und zielführend. Eisenhüttenstadt und CISB0635Frankfurt an der Oder waren schnell erreicht.

 

Die Insel Ziegenwerder war für uns Oderfernreisende ein Höhepunkt, da sehr viel  zur Oder erklärt worden ist.

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Die Oder-Brücke nach Slubice stellte denn tatsächlich eine Zäsur dar.

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Anfangs gab es einen ausgeschilderten Radweg, der sogar kilometerlang asphaltiert oder gepflastert ist.

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Blicke auf die Oder und auf das deutsche Ufer waren sehr eindrucksvoll.

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Doch irgendwann kam das unschöne Ende. Wir landeten kurz vorm Zielort auf einer roten Straße und das war nicht lustig. Sogar als übermütig bis lebensgefährlich würde ich die Streckenführung bezeichnen, zum Glück sind die polnischen Autofahrer sehr rücksichtsvoll.

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Kostrzyn nad Odra hat ein Hotel mit Tankstelle und eine nicht mehr vorhandene Altstadt zu bieten. Die Terasse zur Oder zeigte einen schönen Blick auf den Fluss.

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Die Stadt selber schläft einen Dornröschenschlaf. Die Straßenpflaster und die Gullideckel erzählen von vergangenen Zeiten.

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Überraschungen abseits der Oder 12.8.2020

72 Kilometer Nowa Sol Brzeznica heiß Rückenwind
Etwas abseits der Oder ging es westwärts. Überraschungen gab es von Anfang an. Eine kleine Stadt gleich hinter Nowa Sol glänzte mit einem perfekten Radweg samt Erste- Hilfe Station.

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Zielona Gora Grünberg war bald erreicht, wenn auch einige Höhenmeter zu bewältigen waren. 190 Meter über normal Null hätte ich so nicht erwartet. Das Grünberg eine Weinstadt ist,

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erkannten wir schon an den Weinfiguren in der Innenstadt sowie auch an dem sehr schönen Weinhaus im Freilichtmuseum südlich von Zielona Gora.

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Die Überraschungen gingen weiter, mal viel Verkehr, mal wenig Verkehr, ein Militärmuseum mitten im Wald mit Dutzenden Panzern und Flugzeugen. Ich war so überrascht  von einer Mig 21 , dass ich total vergessen habe zu fotografieren.

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Tolle Ferienobjekte überraschten mich ebenso wie die tolle Unterkunft in der Alten Mühle zu Brzeznica

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samt regionalem schmackhaften Bier mit 8 Prozent.

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Himmel und Hölle auf dem Oder-Radweg 11.8.2020

 

83 Kilometer heiß Sniawa-Nowa Sol
Heute ging es hoch- und abwärts, aber nicht weil so viele Berge da waren, einfach die Streckenführung war sehr gewöhnungsbedürftig. Mehr als einmal hieß es gelbe Straße 292 mit vielen LKWs oder Sandweg.

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Und beides gab es heute total. Vormittags ließ sich die 292 noch recht komplikationslos befahren. Mittags waren es schon zu viele Brummis gewesen.f-oderradweg-lebus

 

In welcher Heftigkeit hat mich sehr überrascht. Über Kilometer hinweg war Schieben in der Sandhölle angesagt.

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Aber es gab auch himmlische Momente. Glogau besuchte ich 1976 das erste Mal mit dem Fahrrad. Es wurde im 2. Weltkrieg total zerstört. Und wie sieht es heute aus.

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In Bytom Odrzanski war so ein magischer Moment.

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Der Markt mit Restaurant und der Blick über die Oder faszinierten.

Nowa Sol hatte auch seine ganz eignene Oder-Ansicht zu bieten.

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Danke an alle Schutzheiligen dieser Straßenwelt.

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Fahren an der Oder bei 32 Grad 10.8.2020

83 Kilometer Wroclaw Scinawa bedeckt und heiß
Frühmorgens heißt die Devise muss der Start erfolgen,

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die Strecke sollte möglichst auf Radwegen durch die Großstadt verlaufen und Trinkpausen Alltag sein. Genauso sind wir die heutige Etappe angegangen. Die Rausfahrt aus Breslau erwies sich als leicht dank vieler breiter gut geführter Radwege.

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Aufpassen war trotzdem angesagt, das Straßenbahn und schnelle Autos nun mal stärker sind. Die 13 Kilometer in Wroclaw fuhren sich wie Butter. Ein gelungenes und sicheres Radwegesystem lockte nicht nur Fernradler an.
Außerhalb der Großstadt war dank Komoot die Wegführung fast immer asphaltiert und selten ein loser Untergrund vorhanden. Der Weg durch den Wald hatte aber immer einen kühlenden Effekt.

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Vor 23 Jahren waren wir schon einmal bei dem wohl größten Kloster Europas Lubiaz zu Gast gewesen.

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Etwas weiter sind die Renovierungsarbeiten voran geschritten, aber weitere vierzig Jahre werden wohl noch vergehen müssen.

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Eine Zukunftsversion liegt schon vor, aber in der Realität werden wohl noch zehn Schippen drauf gelegt werden müssen. Einige Säle zeugen aber vom Glanz vergangener Zeiten.

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Die Oder sahen wir heute nur selten, zwei gigantische Brücken einmal mit Radweg und einmal ohne waren die einzigen Begegnungen gewesen.

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Mit den Zwergen durch Wroclaw 9.8.2020


heiß 17118 + 10427 Schritte
Kreuz und quer ging es zwei Tage durch Breslau/Wroclaw.

Altbekanntes und Neues erkundeten wir.
Altbekannt war uns das Vorhandensein der Zwerge.

Im Moment Stand 2020 über 500.

Altbekannte wie Papa Krol wurden ergänzt von immer wieder Neuen.

Sogar ein Lexikon gibt es schon über die Zwerge. Eine ganze Reihe neuer Zwerge kam uns vor die Linse.
Neu war in diesem Jahr für uns Hydropolis gewesen.

Eine mulimediale Show über das Wasser in der Unterwelt von Wroclaw.
Zu Fuß erkundeten wir in verschiedenen Räumen die Zusammenspiele von Wasser und Mensch, Stadt und Klima. Für polnische Familien war das ein ganzer Erlebnistag . Auch wir erkundeten an vielen Stellen das Wasser.
Abgerundet wurde der Besuch von einer Fahrt mit der Schwebebahn über die Oder.

Ein sehr schönes Strandressort haben wir so entdeckt. Was aussah , wie eine Eintagsfliege, entpuppte sich als Dauerbrenner. Überall gab es an und auf der Oder kleine Restaurants , um seinen Durst bei der Affenhitze zu stillen.

Am und auf dem Wasser sowie in Parkanlagen ließ sich das heiße Wetter gerade noch so aushalten.

Natur pur im Oder Land 7.8.2020

Opole- Wroclaw 93 Kilometer
Rückenwind warm bis heiß
Unsere erste Hitzeetappe begann 7.30 Uhr auf einem Feldweg direkt am Hotel. Meistens waren es heute auch wieder asphaltierte Abschnitte, aber die naturbelassenen waren doch heute nur knapp unterlegen.

Der Blaue Radweg begegnete uns immer wieder, leider immer ohne ein echter Radweg zu sein. Die Idee zählt, aber fahradfahrende Massen werden diesen Weg nicht nutzen. Im Moment noch zu recht, denn manche Abschnitte sind doch zum Haareausraufen gewesen. Erschwerend kam noch hinzu, dass es ja drei Tage vorher ergiebig geregnet hatte. Hunderte von Pfützen erschwerten die Routenführung enorm.

Die Alternative wäre eine gelbe Straße gewesen, doch das geht gar nicht.
Zu spüren gab es kühle Wälder, heiße Felder und ein modernes Polen fanden wir links und rechts der Strasse. So war ein Solardach auf den Dach einer Kirche, was schon fast Normales.


Trotz Warnweste und Licht ist die Gefahr übersehen zu werden recht groß.

Also möglichst meiden und sich durch den Schlamm im Wald und den Sand zwischen den Feldern wühlen. Größter Pluspunkt für Polens Natur waren das Vorhandensein von unzähligen Massen an Mücken. Jede zehn Minuten Autan halfen genau fünf Minuten gegen die Quälgeister.

Den Kampf hat zumindestens Michaela klar verloren. Doch irgendwann waren alle Pfützen durchquert und die Oder grüßte uns kurz vor Wroclaw wieder. Bei Schlesischem Himmelreich und drei halbe Bieren war die Welt wieder in Ordnung.