Lebendige Geschichte in Danzig/Gdansk 14.10.2015

Es gibt wenige Orte auf der Welt an der gleich mehrmals Weltgeschichte geschrieben worden ist. Danzig/Gdansk ist so ein Ort. Zuerst konnten wir auf der Westerplatte das Martyrium der polnischen Verteidiger ein wenig erahnen. Hier auf diesem schmalen Landstrich spielte sich wohl die erste Tragödie des Zweiten Weltkrieges ab. Nie wieder Krieg wollen trotzdem die wenigsten auf der Welt hören.

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Wenige Kilometer weiter spielten sich 40 Jahre später ebenso dramatische Szenen ab. Die Werftarbeiter um Lech Walesa probten den Aufstand gegen eine Gesellschaftsform. Wir wissen heute, dass man siegen kann, das wussten sie nicht. Im Geburtsraum des neuen Europas   dem BHP Saal zu stehen, war schon etwas Besonderes.

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Auf der Suche nach Schönheit im trüben Gdansk 13.10.2015

Als erstes besuchten wir die schöne Ostsee, die zwar friedlich freundlich vor sich hinplätscherte, aber auch nur grau in der nicht vorhandenen Sonne leuchtete. Die Seebrücke ließ die Schönheit erahnen. Der Besuch in der Kathedrale von Oliva ließ die Schönheit der Orgelmusik in unseren Herzen erklingen. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Kirche auch viele Farbtupfer hinzu bekommen.

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Eine sichere Bank für die schönen Momente im Leben bringt normalerweise ein Stadtbummel durch die wieder aufgebaute Rechtsstadt. Professionell wurden uns die schönsten Ecken und Kanten der wiederaufgebauten Perle an der Ostsee dargebracht. Auch nach zwei Stunden Stadtrundgang erbarmte sich die Sonne leider nicht, es blieb trüb.

Doch der Stimmung von Fotografen und ihren Modells konnte es nichts anhaben.

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Unterwegs zu Deutschen Kreuzrittern im polnischen Land 12.10.2015

Torun ist immer eine Reise wert. So auch im Oktober. Das Flair der Stadt reicht auch bei einem Grad über Null aus, die Herzen der Mitreisenden zu erwärmen. Nicht nur der Charme der Reiseführerin bezauberte uns, auch die Stadt mit ihren vielen kleinen und großen Sehenswürdigkeiten. Der Lügenturm dürfte wohl in jedem Reiseführer erwähnt werden. Immer neue kleine Geschichten erzählte sie über Kopernikus, den Kreuzrittern und natürlich das Kathrinchen, dem Toruner Lebkuchen.

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Malbork gehört zu den Höhepunkten jeder Polenreise. Auch ohne museale Bestandteile reichte das Programm immer noch locker für zwei Stunden Aufenthalt. Die Burg nimmt immer mehr Gestalt an. Selbst die Mariensäule, auch die Marienkirche, werden immer mehr heraus geputzt.

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Abschied vom Radfahren 2015

32 Tage dauerte unser Radabenteuer durch das Baltikum und Russland. Es führte uns in Tallinn beginnend, durch Estland, Lettland, Litauen, über das Kaliningrader Gebiet (Russland) bis in die Masuren. 1330 Kilometer strampelten wir mal mit Rückenwind, aber viel häufiger Gegenwind. Eine vorherrschende Windrichtung gab es nicht. Wir fanden immer eine Unterkunft und auch verhungert sind wir nicht. Je weiter südlicher wir kamen, desto besser wurde die Versorgungslage. Unsere Fahrräder haben mehr oder weniger gut durch gehalten. Von echten Pannen sind wir verschont geblieben.

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Die Reisekasse nahm natürlich durch die vielen Hotelaufenthalte kontinuierlich ab. Am teuersten war das tägliche Leben ist Est- und Russland. Sehenswürdigkeiten fanden wir hauptsächlich in den Städten. Die Ostsee zeigte sich von allen Seiten, mal stürmisch, mal sanft. Gebadet habe ich in jedem Land mindestens einmal. Die Samland Küste im Kaliningrader Oblast eignete sich am besten für einen Badeaufenthalt. In Lettland und besonders im Kaliningrader Gebiet waren die Menschen uns gegenüber am freundlichsten.

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Entspanntes Radfahren in Lettland Juli 2015

In Lettland konnten wir ganz gut die rund 500 Kilometer von der estnischen zur litauischen Grenze Radfahren, so mein Fazit. Das Gesamtpaket passte zusammen. Die Straßen waren im Großen und Ganzen befahrbar, wir fuhren auch in Lettland nur P Straßen und Autobahn. Die Autobahnen waren ein Kapitel für sich, waren sie intakt, hatten sie meist einen guten Randstreifen, waren es Baustellen, war höchste Vorsicht geboten.

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Weiße Straßen vermieden wir. Der Straßenbelag wies auch so alles an Oberfläche auf, was es so geben kann. Vom feinsten Asphalt bis zur Buckelpiste mussten wir alles erfahren. Eine Ausschilderung R1 gab es nicht, nur lokale Radwege wurden angezeigt. Doch das Beste in Lettland waren die immer überraschend auftauchenden Abschnitte mit Radwegen. Riga und besonders Liepaja können schon eine Reihe Fahrradwegkilometer vorweisen.

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Besonders loben möchte ich die stets vorhandenen Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten in Lettland, egal ob auf dem flachen Land oder in der Großstadt Riga. Mit Hilfe der Hotelsuchmaschinen und auch einfach am Straßenrand stehenden Hotels und Campingplätze war das Übernachten kein Problem. Das Preis- Leistungs-Verhältnis stimmte .Fahrradwerkstätten fanden wir auch. Der Autoverkehr nimmt in Stadtnähe selbstverständlich zu. Die Selbstversorgung stellte durch die Vielzahl kleiner Supermärkte und Märkte kein Problem dar. In den Touristikinformationen erhielten wir erstklassige Informationen, selbst in deutscher Sprache. Erstaunt waren wir auch über die Vielzahl der vorhandenen gedruckten Informationen Radwege betreffend. Sehenswürdigkeiten wurden regelmäßig angekündigt und ein bis zwei besuchten wir auch am Tage. Die Natur ließ sich überall bestens beobachten.

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Abschied vom Meer 9.8.2015

Zum letzten Mal ging es an die Ostsee, waren wir sonst mit dem Fahrrad meist ganz nahe am Meer gewesen, mussten wir dieses Mal erst einmal einen Zug zur Hilfe nehmen, um ins kühle Nass springen zu können. Die Strecke Kaliningrad Swetlogorsk bewältigt der Zug in 45 Minuten, diese hatten es aber in sich. Nach Michaelas Hochrechnung fuhren ca. 2400 Leute , gefühlt 10 Mal mehr, mit dem gleichen Zug, somit war Banja /Sauna Feeling vorprogrammiert.

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Das Meer in Rauschen/Swetlogorsk zeichnete sich durch einen sehr feinen Sand aus, ein drei Meter Steinstreifen erschwerte etwas das Baden, aber ansonsten war alles ok. Wenn man auf Sozialstudien steht, ist man hier genau richtig, denn der Nachbar liegt mit seinem Handtuch nur Zentimeter entfernt. Die Wasserqualität sah ganz gut aus. Essen konnte man wieder in allen Preisklassen. Die Ucha schmeckte sehr gut.

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Wäre da nicht die Rückfahrt mit dem Zug gewesen, ein so erholsamer Tag hätte es sein können.