Auf der Suche nach Tausend und einer Nacht in Isfahan 12.10.2018

Auf der Suche nach Tausend und einer Nacht in Isfahan 12.10.2018

Ja, was ist Tausend und eine Nacht für einen, der aus dem Okzident kommt. Viele verschiedenen Eindrücke, bunte Kacheln wie in Usbekistan und unbändiges Leben. Ja und genau das habe ich in Isfahan vorgefunden.

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Die Yame Moschee ist zwar die Freitagsmoschee, recht groß mit vielen versteckten Höfen und Hallen, aber ein Vergleich mit Usbekistan ergab sich nicht. Das Armenische Viertel zeigte die einstige kosmopolitische Stadt von der noch ein wenig übrig geblieben ist. Erstaunlich wie viele Muslime sich eine christliche Kirche anschauen.

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So richtig bunt orientalisch wurde es denn beim Teppichhändler, der doch allen Ernstes versuchte Teppiche an uns 17 Deutsche zu verkaufen. Und was soll ich schreiben, es haben am Ende doch tatsächlich vier Teppiche einen neuen Besitzer gefunden. Mit Tomaten und Käse fing es an, ging über einen Tee zum Vorstellungsgespräch zu handfesten Verkäufen über.

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Ihr Meisterstück, den Verkauf eines Teppichs mit Feuermotiven gelang doch kurz vor Toresschluss doch nicht. Der Feuerpriester erforderte von allen Anwesenden dann ganz andere Nehmerqualitäten. Religion oder Philosophie war noch eine der einfacheren Fragen, die erörtert worden sind.

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So eine orientalische Stadt hat immer noch einen zum Draufsetzen, dass wusste ich ja schon aus Shiraz. Doch Isfahan steigerte sich um 1000%. War der Besuch der ersten architektonisch zwar schönen Brücke noch ein touristischer Pflichtpunkt, wurde der Besuch der königlichen Brücke wohl einer der emotionalen Höhepunkte dieser Reise. Nie waren wir dem fremden Leben und Lebensgefühl von Tausend und einer Nacht so nahe wie an dieser Brücke.

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Die gebaute Brücke an sich ist auch schon ein Schmuckstück, das Leben darauf, darunter und daneben hatte schon Gänsehautcharakter. Da war Leben in der Bude, würde man in Deutschland sagen. Überall spürten wir den Hunger nach Leben. Auf der einen Seite wurde Karten gespielt auf der anderen Seite wurde gesungen und wie. Es war wohl der Augenblick der Reise, als immer wieder jemand Neues ein Lied anstimmte und der Rest ob jung oder alt in das Lied einstimmte. Der mentale Eindruck war enorm für uns aus dem Okzident. Der Orient hat was, so war wohl jedem Anwesenden klar. Aber das war immer noch nicht genug. Die Stadt des Medicus legte noch zwei Schippen drauf. Tausende feierten einen Feiertag zu Ehren eines kleinen Mädchens. Sehr viele waren in schwarzen Schadors unterwegs, in Mitteleuropa negativ besetzt ist es doch hier völlig normal und führt nicht zu Ängsten. Ein riesigen Laufsteg wie für eine Modenschau, doch das wird wohl sicherlich nicht stimmen, eine Brotrolle mit Käse und Feigen für jeden, ob schwarzgekleidet oder Ausländer. Alle waren gleichberechtigt. Und fotografiert wurde wieder wie wild. Was für ein Tag.

gundolf-schmidt-isfahan

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