Unterwegs in der Fahrradhauptstadt des Baltikums Liepāja 31.7. 2015

53 Km bewölkt Kantenwind

Die 53 Kilometer von Pavilosta nach Liepāja waren bald geschafft, aber was uns in dieser Stadt erwartete, überraschte uns doch sehr. Sonst waren die Einfahrten in Städte doch recht gewöhnungsbedürftig, schlängelte sich in Liepāja kilometerlang ein Radweg vom Feinsten immer an der Autobahn entlang. Was für ein luxuriöses Vorankommen, unser Hotel war bald erreicht. Bei einem ersten Spaziergang durch die Stadt überraschten uns schon die vielen Fahrräder, die nicht nur abgestellt worden waren, auch fahrende Räder waren keine Seltenheit.

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In einer Broschüre über die Stadt entdeckten wir dann des Rätsels Lösung. Seit 2008 investiert die Stadt massiv in den Ausbau von Radwegen. Und mit viel Erfolg, die Fuß- und Radwege sind fast durchgehend vom Feinsten. Dadurch erschließt sich der Charme dieser Stadt doch auf recht angenehme Weise.

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Im Zelt durch den Regen Kurzemes 30.7. 2015

66 KM Regen Gegenwind

Heute war das Zelt eines der wichtigsten Teile im Kampf mit den Gewalten der Natur. Da es immer wieder überfallartig zu regnen begann, hatte Michaela eine blendende Idee. Wir bauen unser Zelt auf, nicht um zu übernachten, aber um uns vor dem Regen zu schützen. Genauer gesagt nutzte sie die Unterlegplane. So kam das Zelt zu seinem ersten Einsatz. Ansonsten gibt es nichts Neues aus dem wilden Westen Lettlands. Viel Wald, viel Wind und noch mehr Nasses von oben, dafür ließ der liebe Gott die Autos wo anders lang fahren.

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Zu sehen gab es Störche und einige baltendeutsche Hinterlassenschaften in Form von schönen Schlössern. Diese wurden aber heute übertroffen von immer wieder gigantischen Wolkengebirgen vor einem sagenhaft blauem Himmel. Und ganz nebenbei kamen wir wieder am Meer an. Recht friedlich schlugen uns die Wellen entgegen.

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Nasse Königsetappe durch Kurland 29.7.2015

91 KM Regen Gegenwind

Was für ein Radfahrtag, da war aber auch alles drin, den Wunsch zu bestärken, nie wieder setze ich mich auf ein Fahrrad. Der Gegenwind war ja schon eine bekannte Größe, auch der Regen ließ sich bei den vielen Wolken am Himmel ohne hellseherische Fähigkeiten immer wieder vorhersehen. Fünf Mal hieß es Regensachen an und wieder aus. 2 Mal wurden wir so richtig klatsch nass. Die Rettung war jeweils ein schönes Cafe am Straßenrand gewesen.

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Hinzu kamen wie aus dem Nichts auftauchende mal kurze mal lange Anstiege, die vorbei rauschenden LKWs hielten sich zwar in Grenzen, aber einen Sicherheitsabstand halten die wenigsten ein. Alles in allem bin ich zufrieden, diesen Abschnitt des R1 gut überstanden zu haben, denn die Stadt Kuldiga im Herzen von Kurzeme war den eintönigen Anfahrtsweg wert. Hier gibt es eine hervorragende touristische Infrastruktur und den breitesten Wasserfall Europas.

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Wieder unterwegs in Lettlands Weiten. 28.7. 2015

 

72 Km bewölkt Gegenwind

Wir sind wieder unterwegs auf Lettlands Radwegen und Straßen. Ja, richtig gelesen. es gab tatsächlich von Riga über Jurmala hinaus 40 Kilometer lang einen guten teilweise ausgezeichneten Radweg. Mit dem Rückenwind radelte es sich heute einfach perfekt. Kulinarisch wurde wieder einiges geboten, vom super Café bis hin zum Zivi Stand. Endlich konnten wir geräucherten Fisch probieren.

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An der Rigaer Bucht konnte ich sogar noch einmal kurz in den Wellen verschwinden. War verdammt kalt gewesen. Die Durchquerung von Kurland begann gleich mit einigen Hügeln. Der R1 ist nun unsere Richtschnur für die zweite Hälfte der Baltikum Tour von Tallinn nach Kaliningrad geworden. Das dargestellte Buch lässt sich als Grundlage gut verwenden.

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Ausflüge in Riga 27.7. 2015

Riga hat auch am dritten Tag unseres Besuches etwas zu bieten. Als erstes wollten wir Riga von oben sehen, dazu besuchten wir den altstalinistischen Hochhausbau, leicht an seinem typischen Zuckenbäckerstil zu erkennen. Der Fluss Daugava, die futuristische Bibliothek, der Fernsehturm stachen besonders ins Auge.

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Bei einem Spaziergang durch die verschiedensten Straßen fallen immer wieder die verspielten Formen des Jugendstils auf. Riga hat eine hohe Dichte an schönen Cafés zu bieten. Jedes hat ein vielversprechendes süßes Angebot vorzuweisen.

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Als letztes Ziel in Riga fuhren wir mit einem Ausflugsdampfer die Daugava hoch und runter. Nun ist die Silhouette von Riga recht übersichtlich, aber ein anderer Blick auf die Stadt rundete unseren guten Eindruck von Riga ab.

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Im Reich der Schönheit unterwegs Rigas Neustadt 26.7.2015

Gleich neben der Altstadt liegt der wunderbare grüne Gürtel der Hauptstadt. Über allem ragt das Freiheitsdenkmal hinweg und zeigt den Weg in Rigas Vorzeigeviertel die Neustadt, besser bekannt als Jugendstilviertel. Mit einem touristischen Stadtplan ausgerüstet sind die Albert und Elisabeth Straße bald erreicht. Immer wieder leuchten die Jugendstilfassaden in unterschiedlichsten verspielten Elementen.

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Selbstverständlich sind Touristen aus aller Herren Länder schon anwesend. Richtig schön finde ich, dass das Russische scheinbar völlig gleichberechtigt neben dem Lettischen existieren darf. Überall wird russisch gesprochen, orthodoxe Taufen und Hochzeiten sind allgegenwärtig.

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Auch grüßen öfters als im Rest der Welt ex-sowjetische Republiken mit ihren kulinarischen Schätzen.

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Einladendes Riga 25.7.2015

Rigas Altstadt habe ich auch als sehr übersichtlich empfunden und mich trotzdem mehrmals verlaufen. Auf wenigen Quadratkilometern zeigt die Rigaer Altstadt, was sie zu bieten hat. Herausgeputzte Straßenzüge, bestimmende Kirchenbauten und immer wieder Cafes und Restaurants. Der Touristenzustrom war noch zu überblicken, die Stadt wirkte noch nicht überlaufen. Nach einem Tag kannte ich aber schon die meisten Straßen und Gassen ebenso die Straßenmusiker. Sie spielte so schön und tapfer auf ihrem Saxophon.

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Das alte Kopfsteinpflaster führte bald zu einer touristischen Müdigkeit, doch tapfer schaute ich mir sämtliche Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Höhepunkt war der Blick von der Petri Kirche auf die Stadt. Ein Besuch auf dem Zentralmarkt war eine willkommene Abwechslung. Hier waren wirklich viele Menschen unterwegs, Hochzeitsblumen waren gefragter denn je.

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A1 die Dritte A1 die Gute 25.7. 2015

79 KM Kantenwind Sonne Tuja Riga

Der geneigte Leser der Aufzeichnungen meiner Fahrradtour durch fünf Länder von Tallinn nach Masuren wird sich etwas wundern. Aber tatsächlich, das kleinere Übel aller drei Möglichkeiten, die ich ausprobiert habe, ist die A1 in Lettland zu fahren, wenn man nach Estland will.  (Wir kamen aus Estland.)Zuerst folgte ich in Taju dem Velo 13, was für eine Sch…, denn 2 Kilometer in 20 Minuten war negativer Streckenrekord. Der Sand samt Waschbrett war nicht zu befahren. Weiße Straßen unbedingt vermeiden. Erster Alternativversuch zur A1 scheiterte kläglich. War ich wütend, wie kann man so was als Radweg anbieten.

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Gott sei Dank kam die A 1 und ein begleitender Radweg tauchte auf. Ich glaubte, meinen Augen nicht. Dieser hörte zwar bald auf, doch ein ca 1,30 Meter breiter Randstreifen sorgte in Kombination mit dem Super Belag für schnelles Fahren. Die 40 Kilometer vergingen da auch wie im Fluge. Ich hatte auch wieder Muße mir das eine oder andere Museum anzuschauen. Das Münchhausen Museum in Dunte reizte ebenso wie das Fahrradmuseum in Saulkrasti. Doch dann folgte mein folgenschwerster Fehler. In einer Tagesrandzeit dachte ich, folge dem Bikeline Vorschlag und fahre von der A1 auf der P 1 ab. Was für ein bescheuerter Vorschlag. Randstreifen weg, Super Belag weg, dafür Split und Raser, LKWS und jede Menge Stress. Nach gefühlten 100 Km in Wahrheit 25 Kilometer kam endlich die Erlösung in Form einer zweiten Fahrspur. Die Fahrt ins Zentrum war dann relativ harmlos. Wirklich nie wieder werde ich das wiederholen, geschweige denn jemanden empfehlen.

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Was für ein Meer Lettlands Ostseeküste 24.7.2015

 

Immer wieder bin ich überrascht und beeindruckt von der Kraft des Meeres und der Wucht der Wellen. Und alles wird noch übertroffen von der Gewalt des Windes, der an der Ostseeküste wahrscheinlich immer vorhanden ist. Und doch zieht es mich immer wieder hin zum Rauschen der Wellen, hier in Lettland zieht sich ein kilometerlanger Sandstrand bis weit an den Horizont. Ein Meer für große Gefühle.

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Theoretisch könnte ich überall baden gehen, doch praktisch sind die Wellen respekteinflössend und die Temperaturen etwas für Hartgesottende. Wenn die Sonne scheint, scheint sogar der Himmel blauer zu sein. Das Meer lädt auch zu irrwitzigen Beschäftigungen ein. Eine Fußballmannschaft trainiert im Meer.

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